Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) beim Hund

 

Grundsätzliches

Der exokrine Teil der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert Verdauungssäfte bzw. Verdauungsenzyme (Lipase, Amylase, Trypsin, Chymotrypsin, Peptidasen etc.), die maßgeblich an der Verdauung von Fetten, Eiweißen und Kohlenhydraten beteiligt sind. Darüber hinaus stellt die Bauchspeicheldrüse bestimmte Salze (Bicarbonatsalze) zur Verfügung, die den angemessenen pH-Wert für eine optimale Enzymtätigkeit im Verdauungstrakt garantieren.

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Was ist eine Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI)?

Bei einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) kommt es infolge einer Zerstörung bzw. Atrophie (Schwund) der sekretproduzierenden Zellen zu einer mehr oder weniger eingeschränkten Verdauungsenzymproduktion und somit zu einer reduzierten Abgabemenge in den Dünndarm.
Dieser Mangel an Enzymen führt zu einer mangelhaften Verdauung, wobei anfangs in der Regel vornehmlich Fettverdauungsstörungen auftreten. Die ungenügende Fettverdauung führt dazu, dass ein zu hoher Anteil an unverdauten Fetten die Mikroflora des Dickdarms überschwemmt und diese in ihrer Nährstoffaufnahme von Vitaminen, Elektrolyten und Spurenelementen behindert. Hierdurch bedingt wird der Kot breiig bis durchfällig.

Aufgrund des hohen Anteils an unverdauten Futterbestandteilen führt diese Erkrankung darüber hinaus zu einer übermäßigen Vermehrung von belastenden Darmbakterien, wodurch sich nach einiger Zeit Blähungen und Darmschleimhautschädigungen einstellen. In diesem Stadium ist der Futterzustand des Hundes in der Regel noch normal, aber Veränderungen des Fells, der Haut und oben beschriebene Kotkonsistenzirritationen in Verbindung mit Blähungen treten auf. Mit fortschreitender Erkankung werden auch die mikrobiellen Verdauungsvorgänge von Kohlenhydraten und Eiweißen im Dickdarm blockiert und ein Abmagerungsprozess setzt ein.

Die durch die mangelnde Verdauungsfähigkeit ausgelöste verminderte Aufnahme von Nährstoffen zieht neben einer Abmagerung des Hundes auch das Absetzen von großen Mengen an Kot nach sich. Je nach Schweregrad der Erkrankung werden die fehlenden Verdauungsenzyme in Form von Pulver etc. über das Futter gegeben, um die ungenügende körpereigene Produktion auszugleichen.

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Wie erkenne ich die Exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) bei meinem Hund?

In der Regel werden zu Beginn einer EPI Erkrankung nur Verdauungsstörungen und eventuell Haut- und Fellprobleme beim Hund festgestellt. Mit fortschreitender Erkrankung setzt eine vermehrte Abmagerung bei sehr gutem Appetit und einem ungewöhnlich hohen Futterbedarf ein. Durch die mangelnde Verdauungstätigkeit bedingt wird ein großer Teil der aufgenommenen Futtermenge in Form von großen Kotmengen ungenügend verdaut wieder ausgeschieden. Der Kot, den man auch als „Fettstuhl" bezeichnet, ist in der Regel voluminös, gelblich gefärbt, fettglänzend, schaumig, häufig durchfällig und enthält meistens Anteile an unverdauten Futterbestandteilen.

In vielen Fällen neigt der Hund neben breiiger Kotkonsistenz auch zu periodisch wiederkehrenden Durchfällen. Der Kot wird entweder in häufigen, kleineren oder auffällig großen, voluminösen Mengen abgesetzt. In Verbindung mit diesen Symptomen treten ebenfalls gehäuft Blähungen, Bauchkollern und andere Verdauungsstörungen wie Erbrechen etc. auf.

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Ursachen für die Exokrine-Pankreasinsuffizienz (EPI)

 

Fütterungsunabhängige Ursachen

 

Vererbung

Die sogenannte chronisch exokrine Pankreasinsuffizienz (CPI) ist als eine vererbte Erkrankung insbesondere beim Deutschen Schäferhund – offiziell selten bei anderen Rasssen – bekannt. Sie tritt im Alter von 1-4 Jahren auf, wobei es infolge einer Atrophie der Bauchspeicheldrüse zu den typischen Krankheitssymptomen kommen kann. Mittlerweile wird in der Praxis aber auch bei anderen Rassen schon im jugendlichen Alter die Diagnose EPI gestellt, wobei man bei multfaktorieller Ursachenforschung auch hier eine vererbte Disposition nicht ausschließen kann.

 

Primäre Zerstörung der Zellen durch Verletzungen oder Krebs

Relativ selten ist die EPI auf Verletzungen der Bauchspeicheldrüse selbst bzw. eines Bauchspeicheldrüsenkrebses zurückzuführen.

 

Folge von Infektionen oder akuten Bauchspeicheldrüsenentzündungen

Als Folge einer Infektionen oder aber einer akuten Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) kann es zu einer Zerstörung der verdauungsenzymproduzierenden Zellen und somit zu EPI kommen.

 

Folge von Hormonstörungen bzw. Hormontherapien

Da die Bauchspeicheldrüse in das Hormonsystem des Organismus eingegliedert ist, können Hormonstörungen bzw. hormonell bedingte Erkrankungen wie z. B. Schilddrüsenprobleme sekundär auch zu Funktionsstörungen des Pankreas führen. Dies bedeutet gleichzeitig aber auch, dass übermäßig hohe bzw. übermäßig lang anhaltende Hormontherapien z. B. mit Kortison, Progestagenen (Läufigkeitsbeeinflussungen) etc. das Risiko einer Irritation der Bauchspeicheldrüsenfunktion in sich tragen.

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Fütterungsabhängige Ursachen

Grundsätzlich gibt es drei fütterungsabhängige Faktoren, die zu einer Schädigung der Bauchspeicheldrüsenfunktion in Form einer EPI führen können.

 

Überfütterung und/oder falsches Gesamtnährstoffverhältnis

Wird ein Hund über längere Zeit entweder generell mit einer zu hohen Futtermenge gefüttert oder aber auch z. B. mit einem zu hohen Eiweiß- oder Fettgehalt in der Tagesgesamtration versorgt, kann – selbst bei angemessener Futtermenge – u. a. die Funktionstüchtigkeit der Bauchspeicheldrüse beeinträchtigt werden.

Hierbei versucht die Bauchspeicheldrüse anfangs durch eine vermehrte Produktion und Zurverfügungstellung von Verdauungsenzymen dem hohen Aufkommen an Nährstoffen gerecht zu werden. Dauert die Überversorgung über einen längeren Zeitraum an oder liegen gleichzeitig noch andere begünstigende Umstände vor, kann es zu einer sogenannten Erschöpfungsatrophie kommen. Das bedeutet, dass sich die Bauchspeicheldrüse mit der übermäßigen Produktion von Verdauungsenzymen derart verausgabt hat, dass sie unter Verlust von sekretproduzierenden Zellen kapitulieren muss. Der Verlust der sekretproduzierenden Zellen zieht natürlicherweise eine verminderte Produktion von Verdauungsenzymen und diese wiederum Störungen in der Verdauungstätigkeit und Nährstoffversorgung nach sich.

Wichtig ist zu bedenken, dass auch eine falsch zusammengesetzte Futterration insbesondere bei einem zu hohen Gesamteiweißgehalt (z. B. bei übermäßiger Fütterung von Trockenfleischprodukten) neben vielen anderen Problemen zu einer Überlastung der Bauchspeicheldrüse führen kann. Auch die Verfütterung von Hundetrockenfutter mit Rohfettgehalten um 20% oder die im Schlittenhundbereich beliebte Fütterung von Rationen mit dementsprechend hohen Fettgehalten kann neben der extremen Leberbelastung u. U. auch die Bauchspeicheldrüse schädigen.

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Minderwertige und schwerverdauliche Futterkomponenten

Wird ein Hund über einen längeren Zeitraum mit minderwertigen Futterkomponenten gefüttert, kann es durch die vermehrte Belastung der Bauchspeicheldrüse ebenfalls zu einer EPI kommen.

 

Minderwertige oder toxinhaltige Fette 

Enthält das Hundefutter minderwertige, ranzige oder toxinhaltige (z. B. durch chemische Antioxidantien belastete) Fette, so kann dies infolge einer Leberüberlastung ebenfalls zu einer Beeinflussung der Verdauungsenzymproduktion der Bauchspeicheldrüse führen.

Werden dem Organismus ausschließlich und/oder in großer Menge minderwertige Fette zugeführt, so wird die Leber vor den schädigenden Folgen geschützt, indem der Organismus die Fette auf schnellstmöglichem Wege aus dem Verdauungstrakt entfernt. Hierzu ist eine hormonell gesteuerte verringerte Produktion von Verdauungsenzymen (Lipase) der schnellste Weg, da unverdautes Fett, das in den Dickdarm gelangt, zu breiigem Kot bzw. Durchfällen führt und die Fette schnell entsorgt sind. Die Bauchspeicheldrüse stellt sich u. U. in Form einer verringerten Produktion von Lipase auf die dauernde Fütterung von ungeeigneten Fetten ein, was der Beginn einer EPI sein kann.

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Pflanzliche Eiweißträger

Eine besondere Stellung nehmen in diesem Zusammenhang die pflanzlichen Eiweißträger wie z. B. Sojaprodukte ein, die schwerverdauliche und/oder minderwertige Eiweiße zur Verfügung stellen. Sie werden in manchen Futtermitteln aus finanziellen Gründen als Ersatz für tierische (teurere) Eiweißträger wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte eingesetzt.

Grundsätzlich sind die pflanzlichen Eiweiße für den Verdauungstrakt des Hundes weitaus schwieriger zu verdauen als Eiweiße tierischer Herkunft, sogar wenn hochwertige Futterkomponenten Anwendung finden. Aus diesem Grund sollte der Eiweißbedarf des Hundes generell in erster Linie aus hochwertigen tierischen Eiweißträgern und nicht aus pflanzlichen Komponenten gedeckt werden.

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Soja- und Sojanebenprodukte

Relativ häufig Anwendung im Hundetrocken- und auch Dosenfutter finden Sojaerzeugnisse, bei denen neben der grundsätzlich vorhandenen (wie oben beschrieben) belastenden Wirkung auf die Verdauungstätigkeit zudem noch andere Faktoren den Einsatz als Futterkomponente im Hundefutter fragwürdig machen.

Diese umstrittene Futterkomponente enthält nachgewiesenermaßen sogenannte Trypsinhemmstoffe (Stoffe, die die Aktivität des von der Bauchspeicheldrüse produzierten Verdauungsenzyms Trypsin hemmen und so auf Dauer zu Mangel- bzw. Fehlversorgungen im Eiweißstoffwechsel führen können), deren schädigende Wirkung angeblich weitestgehend durch das Herstellungsverfahren bedingt behoben sein soll. Darüber hinaus weisen Sojaprodukte einen hohen Anteil an Saponinen und Lectinen auf, die zu einer nachhaltigen Schädigung der Darmschleimhaut führen können, was wiederum negative Auswirkungen auf den gesamten Verdauungstrakt haben kann.
Auch die nachweislich in Sojaerzeugnissen enthaltenen pflanzlichen Hormone die sogenannten Phytoöstrogene sind biologisch aktiv für den Hundeorganismus und können zu einer Beeinträchtigung des hormonellen Systems und darum auch des Pankreas führen.

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Eiweißextrakte – Glutene - Kleber

Der Einsatz von sogenannten pflanzlichen Eiweißextrakten (deklariert z. B. als Weizeneiweiß, Weizeneiweißextrakt, Maiskleber, Weizengluten etc.) ist in vielen Futtermitteln zu verzeichnen.

Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein Futtermittel, das aus der Zwischenschicht - der sogenannten Kleberschicht – die zwischen der Außenhülle und dem Mehlkörper eines Getreidekorns liegt – gewonnen wird. Diese Kleberschicht ist sehr eiweißhaltig und fällt als Abfallprodukt bei der Erzeugung von Mehl an.

Normalerweise ist der Gehalt an Kleber bei einer natürlichen Fütterung für den Hundeorganismus relativ gering, vorausgesetzt das ganze Korn wird verwendet. Bei einem ausgewogen zusammengesetzten Futter und Einsatz des Getreides in Form des ganzen Korns stellt der Kleber – in dieser natürlichen Konzentration – für den Hund kein Problem dar. Erst in dem Moment, indem diese Kleberschicht hochkonzentriert als Extrakt dem Futter zugesetzt wird, um hochwertige tierische Eiweißträger zu sparen, entstehen verdauungstechnische und auch immunologische Probleme.

Die Belastung der Verdauungssorgane und somit auch der Bauchspeicheldrüse ist um ein Vielfaches höher als wenn hochwertige tierische Eiweiße zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus ist auch die allergene Wirkung der unnatürlich hohen Gehalte an Gluten seit langem für Hund und Mensch bekannt.

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Schälkleien

Bei Schälkleie handelt es sich ebenfalls um ein Abfallprodukt, bei dem die Außenhülle des Korns aus der Müllereiindustrie verwendet wird. Auch bei Schälkleien entstehen ähnliche Probleme wie bei den gerade beschriebenen pflanzlichen Eiweißextrakten. Hinzu kommt hierbei allerdings noch zusätzlich ein weitaus höherer Anteil an Rohfaser, der die Verdaulichkeit des Futtermittels noch einmal verschlechtern kann.

 

Minderwertige tierische Eiweißträger

Minderwertige tierische Eiweißträger erfordern zum einen eine vermehrte Aktivität der Bauchspeicheldrüse. Zum anderen kann es durch die generell erschwerte Verdauungstätigkeit auch zu unerwünschten Wechselwirkungen kommen, die ebenfalls die Bauchspeicheldrüse belasten.

 

Hormonelle Funktionsstörungen durch synthetische Zusatzstoffe

Synthetische Zusatzstoffe sollten in diesem Zusammenhang in zwei Gruppen und zwei Wirkungsarten auf die Verdauungstätigkeit insbesondere die Bauchspeicheldrüse eingeteilt werden.

 

Antioxidantien wie BHT, BHA, Ethoxyquin, Konservierungs-, Lock-, Aroma- und Geschmacksstoffe

Bei diesen chemischen Substanzen ist in der Regel u. a. von einer darmschleimhautreizenden und belastenden Wirkung auszugehen, wodurch erhebliche Irritationen der gesamten Verdauungstätigkeit hervorgerufen werden können. So sind Wechselwirkungen innerhalb der Verdauungsenzymtätigkeit und somit auch Bauchspeicheldrüsenirritationen nicht auszuschließen.

 

Synthetische Vitamine

Synthetische Vitamine haben im Gegensatz zu den natürlichen Vitaminen den erheblichen Nachteil, dass sie auf unnatürliche Weise u. a. in die hormonelle Regulation der Tätikeit der Verdauungsenzyme eingreifen.So besteht die Gefahr, dass nicht nur hormonelle Dysfunktionen genereller Art sondern auch Bauchspeicheldrüsenfunktionsstörungen ausgelöst werden können.

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Risiko: Verdauungsenzyme im Futter bei Hunden ohne EPI

Was verbirgt sich hinter dem Werbeslogan „enthält durchfallverhindernde Stoffe"?

In der letzten Zeit hört und liest man vermehrt, dass einige Hersteller sogenannte „durchfallverhindernde Stoffe" in ihr Futter einmischen und auch offen damit werben. Leider bleibt gänzlich ungeklärt, was man nun darunter zu verstehen hat. Diese durchfallverhindernden Stoffe sollen den Hundebesitzer bzw. seinen Hund vor den leider weit verbreiteten Durchfallproblemen und Verdauungsstörungen u. a. auch prophylaktisch schützen.

Im Nutztierbereich(Schweinefütterung) ist seit Jahren bei jungen Ferkeln zur Steigerung der Futterverwertung (einer Verbesserung der Nährstoffaufnahme) und zur Vermeidung von Futterumstellungsproblemen der Einsatz von Verdauungsenzymen (Lipase/Amylase/Peptidasen) erlaubt und gebräuchlich. Der Einsatz beschränkt sich in der Schweinefütterung in der Regel auf Futterumstellungsphasen und ist somit zeitlich begrenzt. Futtermittelrechtlich gesehen ist die Verwendung von Verdauungsenzymen im Hundefutter ebenfalls erlaubt.

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Was bewirken von außen durch das Futter zugeführte Verdauungsenzyme im Organismus, wenn sie überflüssig sind?

Werden dem Futter Verdauungsenzyme beigemengt, geht der Bedarf an selbstproduzierten Verdauungsenzymen im Darm abhängig von der jeweils zugeführten Menge zurück. Das bedeutet, die Bauchspeicheldrüse reduziert die Produktionsmenge an Enzymen bzw. im Extremfall wird die Produktion komplett eingestellt.
Auf Dauer kommt es zu einem Untergang der sekretproduzierenden Zellen und das Tier ist dann ein Leben lang auf die äußere Zufuhr durch die Nahrung angewiesen. Ist dieser Prozess erst einmal in Gang gekommen, kommt er selten zum Stehen und der Hund erkrankt trotz der über das Futter zugeführten Enzyme infolge des stetigen Fortschreitens der Reduzierung der körpereigenen Enzymproduktion bzw. einer Bauchspeicheldrüsenatrophie.

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Was würde der Einsatz von Verdauungsenzymen im Futter beim Hund bewirken?

Grundsätzlich würde auch beim Hund die körpereigene Produktion von Verdauungsenzymen in Abhängigkeit der über das Futter verabreichten Menge an Enzymen selbstständig reduziert und im schlimmsten Fall ganz eingestellt werden. Würde bei einem Futterwechsel auf ein Futter umgestellt, das frei von diesen Enzymen wäre, träten erhebliche Verdauungsprobleme auf, die bei einer Rückumstellung auf das alte Futter sofort wieder verschwinden würden. Da beim Hund, im Gegensatz zum Nutztierbereich, die Enzymgaben dauernd verabreicht würden, wäre durch den massiven Eingriff in die hormonellen Regulationsmechanismen der Verdauungstätigkeit auf Dauer mit ernsthaften Erkrankungen zu rechnen. Ganz abgesehen von der Tatsache, dass man in diesem Fall einen an sich gesunden Hund krank und abhängig machen würde.
Und wer möchte seinen Hund schon grundsätzlich abhängig von einem Futterzusatz machen auch in Anbetracht der Tatsache, dass aufgrund einer anderen Erkrankung, eine Futterumstellung dringend nötig sein könnte?

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Medizinisch verordnete Zufuhr von Verdauungsenzymen

 

Leichte EPI Fälle

Leichte Fälle von EPI, die sich durch Unregelmäßigkeiten in der Verdauung z. B. in Form von breiiger, hellgefärbter Kotkonsistenz, bzw. periodisch wiederkehrenden Durchfällen, stumpfem Fell etc. bei gleichzeitig aber noch gutem Futterzustand und gutem Allgemeinbefinden äußern, sollten möglichst ausschließlich über die Umstellung der Fütterung und die Einhaltung bestimmter Grundregeln einreguliert werden.

Der zu frühzeitige Einsatz von Verdauungsenzymen als Zugabe zum Futter kann u. U. zu einer Verschlimmerung der Erkrankung führen, da die körpereigene Produktion reduziert bzw. eingestellt wird, wenn bedingt durch die äußere Zufuhr immer genügend Enzyme zur Verfügung stehen.

Auf Dauer kann es dadurch zum Schwund der verdauungsenzymproduzierenden Bauchspeicheldrüsenzellen kommen, so dass die Erkrankung verschlimmert und eine Regeneration wesentlich erschwert wird. Aus diesem Grund sollte in diesen Fällen unbedingt der Erfolg einer Spezialdiät abgewartet werden.

 

Mittelgradige EPI Fälle

Bei mittelgradigen EPI Fällen, in denen diätetische Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen, werden in der Regel Verdauungsenzyme dem Futter direkt bei der Fütterung oder ca. 4 Stunden vor der Fütterung (zum Zwecke der Vorverdauung) beigegeben.
Bei dieser Substitution ist es von großer Wichtigkeit, dass die Menge passend eingestellt und immer wieder neu dem aktuellen Gesundheitszustand angepasst wird.

In vielen Fällen, in denen sich die Bauchspeicheldrüse regeneriert, treten bei Beibehaltung der gleichen Enzymmenge wiederum Verdauungsstörungen und andere Symptome ein, die durch eine Reduzierung der Enzymmenge sofort wieder behoben werden können. Leider wird in der Praxis häufig bei Aufkommen von Verdauungsstörungen sofort die Enzymmenge erhöht, da von vornherein von einer Verschlimmerung der Erkrankung ausgegangen wird. Dies ist oft der falsche Weg.

Was Sie wissen sollten.....
Die meisten Besitzer von Hunden mit mittelgradiger EPI, die nach einer Fütterungsumstellung die Enzymmenge stetig in minimalen Einheiten senken und dies ohne Probleme können, schaffen es, ihren Hund auf die genau notwendige Menge an Verdauungsenzymen einzustellen und erhalten dem Hund so die Chance auf eine zumindest teilweise Regeneration der Bauchspeicheldrüsenfunktion. Uns sind sogar Fälle bekannt, in denen durch die konsequente Einhaltung einer Diät und schrittweiser Einschränkung der Enzymmenge nach Ablauf einer längerer Zeit eine Fütterung ohne den Zusatz von Verdauungsenzymen wieder möglich wurde.

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Hochgradige EPI Fälle

Grundsätzlich sollte in Fällen von hochgradiger EPI neben einer Diät das Gleiche wie unter dem Punkt „mittelgradige EPI Fälle" aufgeführte beachtet werden. Denn auch hier sollte man durch die ständige Kontrolle die Zufuhrmenge an Enzymen dynamisch halten, um die nur funktionsgestörten aber noch regenerierbaren Zellen eventuell wieder zu aktivieren.
Ist ein Hund sehr schwer an EPI erkrankt, so kann die Erkrankung leider einen derart heftigen Verlauf nehmen, dass eine Regeneration nicht mehr möglich ist. In diesen Fällen ist der Hund sein Leben lang auf die äußere Zufuhr angewiesen und die Gefahr eines frühzeitigen Todes ist leider auch gegeben.

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Spezielle Hinweise zur Fütterung von Hunden mit EPI  

Ungewollte Futteraufnahme

Ein relativ wichtiger Gesichtspunkt bei der Fütterung von EPI erkrankten Hunden ist das Thema der ungewollten Futteraufnahme bzw. dem Aufnehmen von schwerverdaulichen, belastenden Substanzen wie z. B Kadaver, Kot, etc. beim Spazierengehen. Grundsätzlich liegt die Neigung zum Kotfressen – insbesondere der Exkremente von Pflanzenfressern – in der Natur des Hundes und muss zwar als unangenehm aber auf keinen Fall immer als krankhaft eingestuft werden.

Jeder weiß, wieviel konsequente Erziehungsarbeit es kostet, den Hunden, die diesem Hobby nachgehen, eine andere Verhaltensweise anzuerziehen. Neben der vorhandenen instinktiven Neigung kann es gesundheitliche Umstände geben, in denen der Hund z. B. wegen Hunger, Verdauungsstörungen, Hormonumstellungen etc. vermehrt eine Neigung zu diesem Verhalten hat.
Kotfressen kann u. a. ein Zeichen für eine gestörte Mikroflora im Darm bzw. auch als Reaktion auf eine vom Hund empfundene Übelkeit oder auch eines allgemeinen Unwohlseins z. B. durch eine akute Stoffwechselüberlastung ausgelöst sein. Der Hund versucht in diesen Fällen durch die Aufnahme von z. B. Kot oder Erde seine Darmflora zu sanieren bzw. möchte instinktiv sein Unwohlsein kompensieren.

Da bei einer EPI von Anfang an bereits eine Störung der Mikroflora vorliegt, neigt der EPI erkrankte Hund vermehrt dazu, Kot und anderen Unrat aufzunehmen. Leider ist es aber gerade bei diesen Hunden in der Regel so, dass der Verdauungstrakt auf diese Substanzen aufgrund der annähernden Unverdaulichkeit bzw. der häufig vorhandenen Toxin(Gift)belastung mit mittelgradigen bzw. schweren Symptomen reagiert.

Aus diesem Grund ist es unumgänglich, dem EPI erkrankten Hund die Aufnahme von Kot und Unrat abzugewöhnen und über die Einstellung der Fütterung Einfluss auf die Gesundung der Darmflora zu nehmen.

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Selbstergänzungen und Leckereien

Grundsätzlich sollte auf Selbstergänzungen zum aufgestellten Futterplan auch in Form von Gemüse, Quark, etc. verzichtet werden, um das Gesamtnährstoffverhältnis der Tagesration nicht zu verändern.
Dies gilt auch für die Gabe von Trockenfleischprodukten und Hundekuchen etc.. Als Belohnung sollte auf das Hundefutter der jeweils gefütterten Sorte zurückgegriffen werde. Diese Belohnung kann relativ unkompliziert durch ein kurzes Abwiegen in die Tagesgesamtration eingerechnet werden.

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Futtermenge und Fütterungstechnik

Die Futtermenge muss wie bei allen anderen Hunden auch individuell in Abhängigkeit insbesondere des Futter- und Gesundheitszustandes vom Besitzer einreguliert werden.

Um den Bedarf an Verdauungsenzymen relativ konstant zu halten und so eine Überlastung der Bauchspeicheldrüse zu vermeiden, sollten alle EPI erkrankten Hunde mit 3-4 Mahlzeiten am Tag versorgt werden. Und dies in möglichst gleichmäßigen Abständen. Dies gilt auch für den Fall, dass Verdauungsenzyme nötig sind. Sprechen Sie mit dem behandelnden Tiermediziner die Art der Verabreichung und die Dosierung ab, damit es nicht zu unerwünschten Reaktionen kommt.

Weitere Informationen zur Fütterung finden Sie auf dieser Seite unter Lösungen sowie hier.

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Aktualisiert Juni 2017

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